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Gedankenfriedhof

Letzte Ruhestätte für Krankes oder Geniales

Maturadurchsage zum Downloaden

Wer will, kann sich hier die Maturadurchsage der 8B 2009/10 “obezahn”. (Mit Rechtsklick und “Ziel speichern unter…” bzw. “Save target as…”)

In blitzblauem und wunderschönem Gewand liegt sie vor mir, nachdem ich sie aus dem eben angekommenen Amazon-Paket gezogen habe, die neue CD der E.A.V.

Der Titel verspricht viel, nachdem das letzte Album trotz teils echt toller Texte irgendwie nicht so wirklich den Anschluss an die alte E.A.V-Tradition gefunden hat. Gleich beim ersten Einlegen lässt der Opener einen nicht kalt: “Dummheit an die Macht”. Der Titel behandelt gleich mehrere Themen. Einerseits die elende Dummheit heutiger Menschen, Politiker usw., andererseits ganz am Beginn des Liedes und am Ende des Refrains ein Vorwurf zum Thema Zigaretten.

“Blöd sein ist erlaubt - Doch rauchen ist verboten.”

Gleich der zweite Track grooved irrsinnig, er kommt im Rock ‘n’ Roll Gewand daher und es wird der Konsumwahn und die Schnäppchengeilheit in Europa angeprangert. Doch viel mehr Kritik steckt gleich in Track No. 3, dem titelgebenden “Neue Helden…”, in dem lauter Anspielungen auf das aktuelle TV-Programm stecken. Größtenteils geht es um Fernsehkochshows, aber auch um das Dschungelcamp und Bauer sucht Frau.

Der nächste Titel “Obama” ist einer derer mit der stärksten Basis, aber doch mit nicht ganz so toller umsetzung, denn man hätte durchaus auch ein kleines bisserl Kritik als nur Erklärungen für Obamas “langsamkeit” bringen können. Wenn es denn Sarkasmus ist, dann ist er gut versteckt.

“Simsalabim” klingt nach E.A.V wie vor 10 Jahren, es hat mich sofort gepackt, nur der Text ist sehr viel ernsthafter als früher. Die Protagonistin des Liedes geht einem Wunderheiler auf den Leim und trägt am Ende neben einer erleichterten Geldbörse auch noch Filzläuse davon.

Ein dickes “Daumen hoch” hingegen gibts für “Nostradamus”, weil die Kritik an Kirche und Papst nicht zu überhören ist und die Musik auch ungewohnt hart daher kommt.

“Unser Mann im Vatikan
wählt unfehlbar den Rückwärtsgang;
streckt gütig seine Hände aus -
nach den Leugnern des Holocaust.”

Treffende Zeilen und meiner Meinung nach durchaus berechtigte Äußerungen zum Katholizismus der Gegenwart zeichnen diesen Song aus.

Die nächste Nummer ist musikalisch sehr wertvoll, klingt wieder typisch nach E.A.V, ist aber eher halbstark, was den Text angeht. Auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt selbst disqualifiziere, weil “Männer brauchen Tritte” das “starke” Geschlecht schlecht macht, möchte ich sagen, dass mir der Text einfach zu wenig ernsthaft für dieses Album ist. Am Album “Frauenluder” wäre er perfekt gewesen.

Wieder einmal elektronischer wird es bei “Eloise und die Krise”. Wie schon dem Titel zu entnehmen wird in Richtung Wirtschaftskrise geschnappt. “KKK-Keine Angst” klingt der Aufruf im Refrain, doch der restliche Text bringt nur Dinge, die einem Angst machen. Ein herrlich zwiespältiges Lied.

Auch für das folgende Lied muss man sich bei der E.A.V kräftig bedanken, dann “Supertürke” ist zwar überzeichnet, aber doch so wahr. Ein Anti-Deutsch-Rap-Lied, das die “Ausländerfrage” (Ich HASSE diesen Ausdruck…) ebenso aufgreift wie Sexismus unter jungen Leuten am Beispiel eines Türken. Allerdings werden nicht solche Menschen schlecht gemacht, sondern es wird teils auch auf die Gründe hingewiesen. “Denkst du anders bist du schwul - in klein Istanbul.” sticht in Richtung Gruppenzwang.

Sofort am Anfang der nächsten Nummer freut den alten Fan die Ausdrucksweise: Es wird Dialekt gesprochen, wenn auch nicht besonders stark. In “Toleranz” unterhalten sich zwei skurrile Figuren über Toleranz, besonders gegenüber anderen Volksgruppen. Während der Unterhaltung, in der die Toleranz hochgelobt wird, aber doch immer wieder Rassistische Aussagen gemacht werden, wird brav eine Flasche Schnaps geleert. Ein Ausdruck Österreichischer Kultur: Man spricht vom Ideal, macht nur, was einem selber passt, und ist dabei kräftig am “tschechern”.

Das einzige Lied, das genau so gut auf einem Alten Album drauf sein könnte: “Hypochonder”. Ein Mann erzählt seine Geschichte, denn er ist Hypochonder und fantasiert von unzähligen Krankheiten. Ich finde fast, dass Klaus Eberhartinger etwas lustlos klingt, aber das tut dem Lied gar nichts, denn die Reime sind spitzenmäßig.

“Gleich vorne an der Ecke,
in der Apotheke,
kauf ich auf Krankenschein
mein Mittagessen ein.”

Der Wein von Mykonos klingt noch im Kopfe nach, wenn die Anzeige weiterspringt und “Bitte Bier” aus dem Gerät schallt. Die Kooperation mit dem ominösen “Malle Kalle” macht eindeutig “Bumm-Bumm”, hat aber trotzdem irgendwie Stil. Der tiefere Sinn ist aber sicherlich gut versteckt. Intepretieren möchte ich ja nichts, was nicht wirklich offensichtlich ist.

“Beim Cseijtei im Hof” erzählt die Geschichte des Hofes, in dem alles mögliche schon geschehen ist. Beginnend vor dem Krieg, weiterführend über Kriegsgeschichten bis zur heutigen Situation zieht sich die Geschichte. Schön anzuhören, weil wieder Dialektgeschwängert. Interpretationstechnisch muss ich mich aber wieder zurückhalten.

Ganz in alter Manier endet das Album mit einem letzten tiefsinnigen Song, der irgendwie negativ klingt, fast schon ein bisschen destruktiv. Es schließt den Kreis des Albums, denn der Mensch an sich kommt in dem Song nicht gut weg, er wird als Problem der Erde bezeichnet.

“Wie schön wär’ uns’re Welt,
ohne uns bestellt.
Wie schön - ein Traum,
der beste Platz des Menschen war der Baum.”

Nach eingehendem Studium der CD bleibt mir nun die ehrenvolle Aufgabe einen Abschluss zu finden und - vor allem - eine Meinung zu finden. Ich denke im großen und ganzen ist es ein Album mit einer durchgehenden Thematik, mit einer nie dagewesenen Konsequenz die Thematik auch durchzuziehen. Musikalisch hat sich die Verunsicherung weitereintwickelt, jeder Song hat sein eigenes Gewand.

Um so mehr hat mich die Nachricht sehr verwundert, dass Thomas Spitzer aussteigen will, denn ohne ihn ist die E.A.V de facto nicht existent. Ein böses Omen findet sich bereits im Inneren des Covers, denn dort stehen folgende Worte:

“Gott sei Dank,
vorbei die Not,
der Neppomuk
ist tot.”

Wer stiehlt denn Erinnerungen?

Gestohlen, einfach gestohlen. Das und nichts anderes ist am 17.Dezember mit dem gusseisernen “Arbeit macht frei”-Schriftzug des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau geschehen. Ja, ihr habt schon richtig gelesen, es hat sich tatsächlich jemand erdreistet, dieses Relikt, dieses mahnende Artefakt aus der Nazizeit, zu entwenden.

Da fragt man sich doch: “Wer tut sowas?” Und was noch wichtiger ist: “Warum stiehlt man so etwas?” Einfach in den Keller hängen kann man sich ein so bedeutendes Ding ja nicht, immerhin ist es - zumindestens in Europa - einem Großteil der Bevölkerung ein Begriff. (Hoffe ich zumindestens)

Jetzt bleiben nur wenige Möglichkeiten, oder Theorien, warum und weshalb das Ding verschwunden ist.

  1. “A b’soffene G’schicht” Darunter fallen für mich sämtliche Möglichkeiten, bei denen die Tat nicht wirklich motiviert vorsätzlich geschehen ist, sondern der/die Täter(in) aufgrund eines dummen Einfalls oder einer Mutprobe oder dergleichen zur Tat geschritten ist.
  2. Der Sammler Was sich irgendwie plausibel anhört, ist die Idee, dass ein alter Sammler, der sich eine solche Geschichte leisten kann, eine ERinnerung an seine Jugendzeit haben wollte. Daber ist es sowohl möglich, dass es sich um einen schwerreichen Altnazi handelt, als auch, dass ein ehemaliger Lagerinsaße das Symbol für die vielen Torturen für sich haben wollte. In so einem Fall wird das Ding nicht mehr auftauchen, denn selbst wenn der Sammler irgendwann das Zeitliche segnet, dann ist er sicherlich so bekannt/einflussreich, dass seien Nachfahren ihn nicht mit einer solchen Geschichte anpatzen wollen.
  3. Das politisch motivierte VerbrechenEs ist eine dritte Möglichkeit, aber eine weniger glaubhafte. Wäre es politisch motiviert, steckten wohl Nazi-Sympathisanten dahinter und diese werden früher oder später irgendwann ausgeforscht und auch das Relikt würde gefunden.

Egal wer es nun war oder aus welchem Grund es weg ist - Fakt ist, dass eine Erinnerung von unschätzbarem ideologischem Wert verloren gegangen ist. Mittlerweile wurde eine exakte Kopie angebracht, doch das Original sollte meiner Meinung nach an seinen angestammten Platz zurück. Nur eines bleibt zu hoffen, und zwar dass es sich nicht einfach um Metalldiebstahl handelt, denn dann ist dieses Mahnzeichen an unsere unrühmliche Vergangenheit längst im Schmelztopf gelandet und kann nur noch als Kopie betrachtet werden; die Aura wäre sicherlich nicht die selbe.

Nun, ich möchte gleich Vorwarnen, es handelt sich hierbei nicht um irgendein intellektuelles Thema, oder eine Abhandlung oder dergleichen. Dies ist ein Eintrag, wie ich ihn schon immer schreiben wollte, eine Art Beschwerde an mich selbst.

Zum Titel: “Raubkopien lädt man herunter…” - und man verkauft sie NICHT auf eBay, wie es offensichtlich doch einige tun.

Die Vorgeschichte dazu ist denkbar dumm, trotzdem werde ich ihr auch einen Platz im Ganzen zukommen lassen:

Wie immer ging es darum, Geld zu sparen - in Zeiten der Krise nichts dummes. Ich sollte für einen guten Freund von mir ein Nintendo DS - Spiel auf eBay kaufen, da er zu wenig Geld besaß und es seiner Freundin zum Geburtstag schenken wollte. Nun mühte ich mich ab, verlor einige Auktionen und war schon dabei aufzugeben, als wir zu zweit das vermeintliche Schnäppchen entdeckten. “Neu und OVP” stand ganz stolz im Titel der Auktion.

Also schlug ich zu. 15€ für ein neues NDS-Spiel schienen sehr günstig und durch einen Import aus China auch irgendwie in Ordnung. Schon bei China hätte ich stutzig werden sollen, aber ich blieb gutgläubig und unwissend.

Beim Öffnen des Pakets, das unerwarteterweise sehr schnell angekommen war, hatte ich bereits erste Zweifel, denn die Hülle wirkte etwas billig und die Plastikhülle, in die das Spiel eingeschweißt war, trug kein Nintendo-Branding. Nach dem Öffnen war alles klar, das Cover sieht aus wie schlecht Fotokopiert, das Manual erweckt genau den selben Eindruck. (Klick auf die Bilder vergrößert diese.)



Hier ist wohl jeder Kommentar überflüssig.



Auch hier erübrigt es sich, etwas dazu zu sagen.

Allein bei der DS-Cartridge hatte ich meine Zweifel, da diese wirklich echt aussah. Doch nach eingehender Studie im Internet bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es sich tatsächlich um eine Raubkopie handeln muss. Sogar anhand des Aufklebers auf der Cartridge könnte man schon darauf kommen.


Man sieht, dass dieses Modul niemals von Nintendo stammen kann.
Leider etwas unscharf, aber man kann es erkennen.

Der Beweis? In den Kontakten der Cartridge sollte eine Seriennummer stehen, jedoch findet sich nur der Name “Nintendo”. Außerdem ist die Seriennummer hinten drauf nicht besonders fein gedruckt, was auf ein Plagiat hinweist. Die meisten der Hinweise habe ich ironischerweise auf einer eBay-Seite zur bekämpfung von Produktpiraterie gefunden.

Mittlerweile habe ich dem Verkäufer eine nette Mail zukommen lassen, in der ich mich doch sehr lautstark darüber beschwere. Bin schon gespannt, was er dazu sagt. Mahr gibt es dann in ein paar Tagen, wenn ich das Spiel mal an einem DS getestet habe und wenn ich eine Antwort bekommen habe.

Edith sagt:

Nun, da ich mich über den PayPal-Käuferschutz bei diesem Chinesen gemeldet habe, habe ich anstandslos mein Geld überwiesen bekommen. Allerdings mit der Auskunft, es handle sich um die Hong Kong Version des Spieles und die sehe nun mal billiger aus. Warum sind dann Deutsche beschriftungen drauf? Nun, das weiß niemand…

Aber Nun gut, die Geschichte hat sich zum Guten gewendet und ich habe sowohl Geld als auch das Spiel behalten. Feiner Deal, allerdings nicht mit wenig Ärger verbunden.

The Man in the Mirror

Man fragt sich beim Ableben vieler berühmter Menschen immer wieder: “Was haben sie erreicht, dass so viele Leute um sie trauern?” Doch bei ihm trauern alle, denn er hat wirklich alles erreicht - Michael Jackson ist tot.

Michael Jackson. An was denkt man als erstes, wenn man diesen Namen hört? An Musik vielleicht? An Konzerte der Superlative? Oder vielleicht an den Menschen, der hinter all dem stand?

Doch egal an was man dabei denkt, man kennt diesen Namen. Ein Name, der so bekannt ist, dass ihn annähernd jeder kennt. Musik, die wahrscheinlich jeder in seinem Leben schon einmal gehört hat. Ein Mann, dessen Bild in allen Köpfen ist - womöglich der bekannteste lebende Mensch auf dieser Welt ist von uns gegangen.

Sein unvergleichlich hoher Bekanntheitsgrad resultiert nicht nur aus aus seiner Musik, sondern eben wie schon angemerkt aus der Superlative, die er gelebt hat. Seit seiner Kindheit war er eine Art Berühmtheit, er hatte niemals Zeit, selbst ein Kind zu sein. Möglicherweise ein Grund, warum er einen riesigen Vergnügungspark auf seiner Ranch “Neverland” errichten ließ. M.J. hat wahrscheinlich sein Leben lang versucht, seine verlorene Kindheit ausleben zu können, wenn auch nur unbewusst.

Wenn ich schon auf das Thema Kinder komme, dann muss ich unweigerlich auch die Anklagen gegen ihn erwähnen. Anklagen, die im Endeffekt das Ende seiner Karriere bedeuteten. Wer sich gegen den Vorwurf des Kindesmissbrauchs verantworten muss, der hat bei sehr vielen Leuten - ich bitte die Audrucksweise zu entschuldigen - ausgeschissen. Freigesprochen wurde Jackson in allen Anklagepunkten, aber wer weiß, ob da alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Ob er sich wirklich an kleinen Kindern vergriffen hat - dieses Geheimnis nimmt er mit ins Grab.

Immer wieder während des schreibens dieses Artikels fallen mir die schon oft erwähnten Parallelen zum Leben des Elvis Presley, dem “King of Rock ‘n’ Roll”, auf. Michael Jackson war wie er alleine extrem erfolgreich, stieg in den Himmel der Berühmtheit auf und krönte sich schließlich selbst zum “King of Pop”. Beide waren sie Megastars, nicht greifbar, nicht zu verstehen. Und beide sind ganz plötzlich gegangen. Sie schienen nicht von dieser Welt, so als wären sie nur auf Besuch, um uns ein kleines Bisschen Erleuchtung von woanders mitzubringen.

Nichtsdestotrotz ist das das Ende des “King of Pop”. Möge er in Frieden ruhen und mögen die Spekulationen über seinen Tod verstummen. Er würde endgültig zu einer Legende, so wie er es sich wahrscheinlich immer gewünscht hat. Denn ich denke im Grunde seines Herzens war Michael Jackson ein zutiefst unglücklicher Mensch - der Erfolg und der Ruhm haben ihn zerstört.

Do-it-Yourself: Eine Diktatur

Wie bastle ich mir meine ganz eigene Diktatur in neun Schritten? Hier die Anleitung:

  • Schritt 1: Hallo, ich bin da

Ich muss mich irgendwie an die Macht setzen. Ganz einfach funktioniert das natürlich mit einem Putsch oder einer manipulierten Wahl. Dabei kann man sich ganz frei entscheiden, da es im Endeffekt keinen Unterschied macht. Man muss nur die Vor- und Nachteile abwiegen. Ein Putsch ist sehr offensichtlich und wird möglicherweise von Nachbarländern oder Bündnissen nicht anerkannt, wobei eine manipulierte Wahl schon eher durchgeht. Alternativ kann man sich auch tatsächlich wählen lassen, womit man einerseits auf der sicheren Seite ist, andererseits aber eher schwer an die Macht kommt. Es bleibt aber jedem selbst überlassen, wofür man sich entscheidet.

  • Schritt 2: Liebt mich, ich liebe euch vielleicht

Was ein anständiger Diktator sein will, der darf natürlich niemals auf einen (zu mindestens kleinen) Personenkult verzichten. Die Profis legen das ganze groß an und lassen Statuen und Plakate überall aufhängen, was uns als Do-it-yourself-Diktator anfangs noch nicht wirklich gelingen wird. Aber man sollte trotzdem versuchen, das Volk hinter sich zu scharen. Mit speziellen Aktionen wie Arbeit und/oder Brot für die Menschen. An sich ist hier auch die Redewendung „Opium für das Volk“ zu beachten, besonders wenn man plant, sich in einem ärmeren Land durchzusetzen.

  • Schritt 3: Alles ist gut, alles ist fein, diese da sind der Hölle entsprungen

Ein jeder Diktator braucht auch ein nützliches Feindbild. Es gehört unter Diktatoren zum guten Ton, dem Volk eine Minderheit oder ein anderes Land vorzusetzen und ordentlich darüber zu schimpfen. Am besten ist es, wenn das Land so wirklich ganz andere Sitten und Bräuche hat, als das eigene.

  • Schritt 4: Gott ist tot

Wer gerne Risiko eingeht, der kann sich natürlich der Religion bedienen. Man kann sich dabei wahlweise als von Gott gekrönt darstellen lassen, oder sich selbst zum Gott erheben. Am ehesten ist ersteres zu empfehlen, weil das Volk natürlich lieber bei alten Göttern bleibt. In einem Land, in dem die Mehrheit der Menschen sehr gläubig ist, sollte man die Geistlichen Führer möglichst auf seine Seite ziehen. Tut man das nicht, endet das meist böse, man werfe nur einen Blick auf den Iran.

  • Schritt 5: Sagt mir eure Meinung und ich werfe euch ins Gefängnis

Der nächste wichtige Schritt ist die Ausschaltung, beziehungsweise Umstrukturierung, der Presse. Denn sind wir uns ehrlich: Welcher Diktator will schon, dass jemand weiß, was er tut. Also müssen wir uns als nächstes um die Nachrichten kümmern. Mit einigen geschickt platzierten, natürlich loyalen, Chefs in der Presse lösen wir aber auch dieses Problem ganz einfach.

  • Schritt 6: Achtung, Polizei

Ein sehr wichtiger Faktor ist, die Armee (sofern vorhanden) auf seine Seite zu bringen, denn nichts ist unangenehmer als ein Militärputsch. Ohne eine Armee sollte man die Aktion auf die Polizei begrenzen. Und was soll man tun? Die mächtigen Leute bestechen, oder sie stehen sowieso auf unserer Seite.

  • Schritt 7: Ich bin schlecht? Mag sein, aber mächtig

Wer sich auflehnt, wird ab sofort in das nächst beste Gefängnis gesteckt, das ist ein ungeschriebenes Gesetz für Diktatoren. Man soll sich bloß nicht von irgendjemandem auf der Nase herumtanzen lassen. Im Schweiße unseres Angesichts haben wir jetzt ein ganzes Land geschafft, da werden wir uns doch nicht von ein paar Irren aufhalten lassen. Eine wichtige Sache ist noch, dass möglichst wenige Leute von Gefängnissen mit Revoluzzern wissen. Geheimhaltung ist sowieso das aller Wichtigste in unserem neuen Land.

  • Schritt 8: Halte das Volk dumm, dann ist es glücklich

Faustregel: Je weniger das Volk weiß, desto eher wird es dich unterstützen. Sobald irgendwelche unangenehmen Dinge an die Öffentlichkeit dringen, hat unser System schon einen Knacks bekommen. Damit das nicht passiert, sollten Schritt 5 und 7 sehr penibel beachtet werden. Mit guten Beratern an der Seite kann eigentlich nichts schief gehen, es sei denn, die Berater sind irgendwelche machthungrigen Bastarde. Solche Leute brauchen wir aber in unserem perfekten Staat nicht, die gehören eingesperrt!

  • Schritt 9: Die Diktatur lebt von ihrem Diktator, preiset den Staat

Man sollte als Diktator von seiner eigenen Idee komplett überzeugt sein und sich von niemandem etwas erzählen lassen. Erst, wenn man selbst von der eigenen Propaganda überzeugt ist, dann ist sie richtig gut. Wie in Schritt 1 angesprochen, können wir uns nun an die Profi-Aktionen heranmachen und Statuen von uns aufstellen lassen. Wenn wir das geschafft haben, müssen wir nur noch den Staat nach außen hin abschotten und ein bisschen exzentrisch werden.

Gratulation, es ist geschafft. In neun einfachen Schritten haben wir uns unseren ganz eigenen totalitären Staat gebastelt und wir sind wahrscheinlich auf Jahrzehnte der Diktator. Kein Wunder, dass so etwas im vergangenen Jahrhundert in so vielen Staaten auf der Erde funktioniert hat.

So, es ist wieder einmal soweit: Ich habe mich in einem Anfall von Wahnsinn dazu durchgerungen, wieder einmal einen Blog zu schreiben.

Nur das große Problem weiterhin: welche Themen soll ich mir vornehmen?

Ich beginne einfach mit dem im Moment wahrscheinlich aktuellsten Thema, der Landtagswahl in Kärnten.
Also was soll man noch dazu sagen? Wie mein Vater bereits so wunderbar formuliert hat: “Da ham’s a Leich’ g’wählt”, ist es wohl auch. Viele Kärntner haben in Interviews argumentiert, sie wären “dem Jörg” das schuldig. Wenn Menschen hinter ihrem Landeshauptmann, “Landesvater”, stehen, dann ist das bitte nichts Böses, das muss ein jedermann verstehen. Wenn dieser Mensch, hinter dem alle anderen, aus welchen Gründen auch immer, so vehement stehen, nicht mehr am politischen Leben teilnimmt, warum wählt man dann die Partei, die sein Bild am größten Plakatiert und die am lautesten schreit: “Wir machen’s genauso wie ER!”?

Gut, bei einem Übervater, wie Haider für die Kärnter, ist das auch verständlich, doch so einen Erdrutschsieg konnte man wirklich nicht erwarten. In diesem Wahlkampf, den ich wirklich ausführlich beobachtet habe, war rein der Personenkult um Haider Thema, beinahe nichts anderes. So einen Personenkult kenne ich sehr gut, allerdings aus meinem Geschichte-Lehrbuch unter dem Kapitel “Die Sovjet-Union”. Oben habe ich das schon erwähnt, mit der gewählten Leiche. Und es war auch so. Sagte der ORF doch noch kurz nach Haiders Tod, dass er am Höhepunkt seiner politischen Laufbahn, mit den 11% des BZÖ bei der Nationalratswahl, starb, muss ich nun diese Aussage infrage stellen. Der Höhepunkt der politschen Laufbahn Haiders war erst nach seinem Tode, und zwar bei dieser Landtagswahl. Der Kurier hat heute meines Erachtens die beste Schlagzeile dazu geliefert.

Er Titelt:

Reisserisch, an Dramatik nicht zu überbieten und doch so wahr. Ich muss den Kurier sehr loben, selten ist mir ein Titelblatt so ins Auge gestochen.

Doch weiter im Text. Haiders, pardon, Dörflers Sieg bei dieser Wahl ist da, Kärnten wird beinahe absolut vom BZÖ regiert werden. Doch ich frage mich bereits jetzt: Wie wird Kärnten, das von Haider so titulierte “Paradies in Österreich”, nach den nächsten 4 Jahren BZÖ aussehen? Die Landeskassen sind jetzt schon nicht mehr allzuvoll, Kärnten ist verhältnismäßig hoch verschuldet. Wenn das BZÖ den Kurs Haiders weiter halten kann, dann werden sie, so prognostiziere ich, bei der nächsten Wahl nicht einmal annähernd so viel Stimmen bekommen wie gestern.

Zeichnen und Schwerkraft

Heute war es soweit, ich habe die Newsletter-Mail von Kloonigames bekommen, denn damit ist es offiziell, dass Crayon Physics DeLuxe endlich fertig ist. Ich habe mir auch sogleich die Demo geladen und war extrem begeistert.

Nun für alle, die das Spiel nicht kennen:

Im Zentrum des Spielgeschehens steht ein kleiner, im Ölkreiden-Style gezeichneter, Ball, den man zu dem jeweiligen Stern im aktuellen Level befördern muss. Dabei muss man mit der Maus Objekte zeichnen, die authentisch zur richtigen Schwerkraft nach unten fallen. So baut man dem kleinen Ball den Weg zum, Stern. Es gibt auch zum Beispiel die Möglcihkeit Golf zu spielen, indem man einen Golfschläger an eine Art Achse zeichnet usw.

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Meiner Meinung nach ist Crayon Physics DeLuxe eine wirklich feine Sache. Ladet euch mal die 24 MB große Demo herunter und testet es aus. Die Vollversion kostet leider ihre 19,99$.

Offizielle Seite

Gedankenfriedhof ist….

Nun ja, weil ich doch den Sloganizer so mag:

generiert von Sloganizer

Und damit das nicht nur ein kurzer Eintrag ist, versuche ich einfach, schnell einmal meine Gedanken zu ordnen.

Gedanken ordnen…nur eine dumme Redensart? Man kann natürlich seine Gedanken irgendwie ordnen, aber nicht in dem Sinne, in dem man z.B. Zettel ordnet, denn Gedanken gehen trotzdem irgendwann einmal im unpassendsten Augenblick verloren, egal wie gut sie geordnet sind. Vielleicht sollte ich einfach alle Gedanken, die mir zu wichtig erscheinen aufschreiben und wirklich ordnen, katalogisieren? Wenn jetzt jemand sagt, dass ein Blog für genau soetwas da ist, dann kann ich ihm nur teilweise rechtgeben, denn immerhin heißt mein Blog “Gedankenfriedhof”, eine letzte Ruhestätte für Gedanken. Aber wenn das eine letzte Ruhestätte ist, dann sind die Gedanken doch auch so gut wie weg. Wer will den schon antike Gedanken exhumieren? Das erinnert mich daran, als ich die alten Einträge in meinem alten Blog gelesen habe:

Dabei habe ich mir immerzu nur eines gedacht: “Oh verdammt, was habe ich damals nur geschrieben, mit was für banalen Dingen musste ich mich damals nur herumschlagen?” Nun, damit erklärt sich dann der Titel perfekt: Gedankenfriedhof.

Also nur ein kurzes “Ruhet in Frieden” und wieder weg mit diesen Gedanken, auch wenn sie nicht geordnet sind.

Nur ein Hinweis…

Es geht mehr um eine Formsache: Ich habe meine alten Einträge von meinem alten MSN-Space in eine HTML-Datei kopiert und hier hochgeladen, allerdings ohne Kommentare. Also wenn jemand unbedingt meine kindischen Einträge von früher (2006 habe ich begonnen) lesen will, dann sei es ihm freigestellt, das auch zu tun. Der Link dazu ist in der Link-Liste rechts zu finden. Falls jetzt wer meckert, dann sei ihm folgendes gesagt: Ich arbeite noch an einem Style für das File.

Dann noch ein allgemeines “Servus und Tschau” und dann haben wir das auch geschafft. :-P